Bleiben wir einzigartig, denn Gleichgeschaltete gibt es schon genug! Ein paar Gedanken zum 1. August

Geschätzte SVP Familie

Zum Geburtstag unserer Schweiz am 1. August ist es Tradition, dass man sich ein paar Gedanken macht, zur Vergangenheit, zur aktuellen Lage aber auch über die Zukunft. Aktuell ist die Schweiz zweifelsohne in einer Phase, wie sie noch niemand von uns erlebt hat. Gewisse sind nach wie vor in einer Schockstarre oder in einer regelrechten Corona-Panik, andere tun die Situation als Hysterie oder gar als „Fake-News“ ab. Wie so oft wird auch hier die Wahrheit in der Mitte liegen. Wie dem auch sei: Vermummte Gesichter gehören heute unbestreitbar zum Alltag, wenn auch aktuell aufgrund von Schutzmasken und nicht zufolge Verschleierung. Ebenso ist es aber bedauerlicherweise zur Realität geworden, dass Andersdenkende in eine Ecke gestellt oder gar beschimpft werden. Gleichermassen fordern Regierungen dazu auf, Personen zu melden, die sich nicht an die Weisungen halten. Wo sind da die urtraditionellen Werte der Schweiz geblieben? Jene Werte, die der SVP am Herzen liegen und für die wir einstehen? In der aktuellen Situation vermisse ich sehr stark, dass wir zielfokussiert sind und entschieden aber überlegt handeln, anstatt uns von irgendwelchen Zahlen blenden zu lassen und in konfusen Aktionismus zu verfallen. In diesem Zusammenhang bedeutet das für mich, nicht bloss die nackten Ansteckungszahlen zu betrachten, sondern eben genauer hinzuschauen und zu fragen, wo und wie die Ansteckungen erfolgt sind und wie schwer der Krankheitsverlauf ist. Denn erinnern wir uns: Zu Beginn der Pandemie war das Ziel der Massnahmen ganz klar, die Spitalkapazitäten zu schützen und genügend Intensivpflegebetten freizuhalten. Dies war sicher nachvollziehbar, denn man konnte nicht genau abschätzen, was da auf uns zukommt. Aktuell gibt es schweizweit jedoch kaum Covid-Patienten auf den Intensivstationen. Trotzdem werden weiterhin Angst und Schrecken verbreitet, unter Hinweis auf täglich ansteigende Zahlen. Man kann in grossen Buchstaben lesen: „Weltweit noch nie so viele Neuansteckungen innert 24 Stunden!“ Ist das aber nicht logisch? Zu Beginn gab es kaum Testmöglichkeiten. Aktuell wird dagegen weltweit im grossen Stil getestet und ausgewertet. Aber wie viele von den neu positiv getesteten Personen sind ernsthaft krank? Wo haben sich diese angesteckt? Und wieviele Patienten sterben in unseren Breitengraden aktuell noch an Covid oder auch – etwas zynisch gesprochen – mit Covid? Sicher ist einzig: Wir geben unsere Freiheit und unsere Demokratie Stück für Stück preis und viele rennen dieser Entwicklung blindlings hinterher. Was ebenfalls wahrscheinlich ist: Ein grosser volkswirtschaftlicher Schaden mit einer Welle von Arbeitslosen ist greifbar nah und droht den Wohlstand zu zerstören, den die letzten Generationen hart erarbeitet haben. In dieser Situation ist es besonders wichtig, zu hinterfragen, welche Massnahmen Sinn machen und welche nicht. Warum führen wir etwa flächendeckend eine Mundschutzpflicht im ÖV ein, lassen es aber gleichzeitig zu, dass das Problem praktisch ungehindert aus dem Ausland importiert oder in irgendwelchen Clubs weiterverbreitet wird, die sich an keine Vorschriften halten können? Es kommt mir so vor, als ob ich mir ein Pflaster auf die Stirn klebe, nachdem ich mir in den Finger geschnitten habe!

Neben der Corona-Situation darf aber vor allem auch nicht vergessen werden, dass wir kurz vor einer wegweisenden Abstimmung stehen, der Begrenzungsinitiative: Die Schweiz wächst prozentual so stark wie kein anderes Land in Europa. Wir sind bald 10 Millionen Einwohner. Aber wollen wir das denn wirklich? Wie sollen wir da unser ganzes Sozialsystem noch finanzieren können? Wie sieht der Selbstversorgungsgrad unseres Landes in einer Krise dann erst aus? Wollen wir unseren Wohlstand wirklich so leichtfertig verspielen? Für mich ist das keine Option, deshalb stimme ich mit JA zur Begrenzungsinitiative! Gleich wie bei der aktuellen Corona-Pandemie müssen wir auch hier die Fakten beim Namen nennen und Klartext reden – so heisst nämlich nicht umsonst auch die Parteizeitung der SVP Schweiz.

Ich als Kantonalpräsident der SVP Baselland habe gemeinsam mit der Parteileitung jedenfalls klare Ziele für unsere Zukunft definiert, welche wir nach den Gesamterneuerungswahlen verfeinern und konsequent umsetzen wollen:

  • Ausbau unserer Basis durch Mitgliederzuwachs.
  • Agieren, statt reagieren: Wir zeigen Missstände auf, egal ob aus Gegenwart oder Vergangenheit.
  • Wir müssen erzielte Erfolge klar benennen und noch besser kommunizieren.
  • Verzahnung auf allen Stufen, von den Mitgliedern bis zu den politischen Exponenten: Wir holen das in der Partei vorhandene Fachwissen ab und bündeln dieses innerhalb der SVP BL vermehrt in spezialisierten Fachgruppen.
  • Selbstverantwortung leben: Wir sind nur erfolgreich, wenn alle mitwirken und sich nach ihren Kräften einsetzen.

Schauen wir also selbstbewusst und zielstrebig in die Zukunft, voller Zuversicht, dass das Schweizer Stimmvolk seine Weitsicht nicht verloren hat. Denn unsere Schweiz ist einzigartig. Viele erleben und erfahren dies aktuell gerade aufs Neue, da der Weg ins Ausland mehrheitlich gemieden wird und vermehrt wieder Ferien und Ausflüge in der Schweiz stattfinden. Unsere Heimat bietet eindrucksvolle Landschaften mit den höchsten Bergen Europas, Viersprachigkeit und kulturelle Vielfalt auf kleinstem Raum, aber in vielen Punkten auch eine innere Geschlossenheit, auf die wir mit Recht stolz sein dürfen. Ich wünsche mir, dass wir uns inskünftig wieder viel mehr auf unsere Eigenständigkeit besinnen und unsere Traditionen bewahren, anstatt uns noch mehr vom Ausland abhängig zu machen. Bleiben wir einzigartig, denn Gleichgeschaltete gibt es schon genug.

Mit diesen Worten wünsche ich nun allen einen schönen 1. August und ich freue mich darauf, möglichst viele von euch an der Generalversammlung am 13. August in Maisprach sowie am Parteitag am 20. August in Gelterkinden anzutreffen.

Kantonalpräsident
Dominik Straumann