Eine tolle Stadt ist das – 100 Kilometer lang und 20 Kilometer breit. Grösser als New York! Aber erst drei Millionen Einwohner leben in dieser Siedlung an drei Flüssen und zwei Seen. Doch jährlich kommen 80000 Zuwanderer, die auch den Komfort von Zübarobe geniessen wollen.

Die heutigen Stadtquartiere Zürich, Baden, Aarau, Olten und Bern werden in der neuen Kombistadt durch Autobahnen perfekt verbunden. Zu den Stosszeiten – und wann sind die nicht? – kann man bequem im Schritttempo durch Zübarobe gondeln. Auch der öffentliche Verkehr bedient mit rationellen Stehwagen (mit W-lan-Anschluss im Haltebügel, bittesehr!) Abertausende von Pendlern.

Die Zübarober sind stolz auf ihre prächtige Multikultur. Nur noch selten trifft man in den perfekt gestylten Hochhäusern Ureinwohner an – diese aussterbende Spezies hat sich ins Alpenland zurückgezogen. Wenigstens sorgt sie dafür, dass die Soziallasten mittelloser Zuzüger bezahlt werden können. Ihrerseits sind diese Neu-Zübarober sehr erfolgreich bemüht, die Grossstadt nicht aussterben zu lassen. Fleissige Immobiliengesellschaften planen nach Kräften, damit die Betonindustrie und das Zupflästerergewerbe floriert: Wo auch immer noch ein störender grüner Fleck auf der Landkarte übriggeblieben ist, wird er flott zersiedelt.

Auch kulturell geht es vorwärts: In EU-Schulen in allen Quartieren fördert man talentierte Slam-Poeten, Spoken-Word-Akrobaten, rasante Rapper und bahnhofsverschönernde Sprayer. Cabarets, Sex-Shops und Theater werden zu Amusement-Centers vereinigt. Sport wird durch Prügel-Festivals im Sinne fröhlicher Fan-Events behördlich durch den Ausfall unnötiger Volksabstimmungen quersubventioniert. Sagen und schreiben wir es laut und deutlich: Es ist eine Lust in Zübarobe zu leben!

zVg