Windkraft und Gesundheitszentrum Laufen

Liebe Leserinnen und Leser
Der Pendenzenberg in der Traktandenliste des Landrats hat nun eine stattliche Höhe erreicht, und uns wird so bald nicht die Arbeit ausgehen. Vor allem die emotionalen Grundsatzdiskussionen verbrauchen viel Redezeit, aber es steht ja schon im französischen Wort «parler» (reden), dass in einem Parlament das Reden im Vordergrund steht.
Ein erstes Thema, welches viele Redner animierte, war eine Petition mit dem Titel «Windkraft kanns». Nun sind bis heute nur wenige Windkraftanlagen in unserem Kanton in Betrieb. Zwar wäre es eine erneuerbare Energiequelle, aber die Nachteile sind nicht zu verachten. In unserem dichten Siedlungsraum stören diese Windkraftanlagen nicht nur das optische Bild, sondern sind auch eine Lärmquelle und eine Belastung für die Umwelt. Der Nutzen hingegen ist bei unseren unstetigen Windverhältnissen sehr beschränkt. Sinnvollerweise würde man Energieformen fördern, welche bei uns bereits besser etabliert sind, wie zum Beispiel Solaranlagen oder Wärmeverbünde mit erneuerbaren Energien. Trotz dieser Bedenken hat der Landrat diese Petition als Postulat überwiesen. So oder so wird aber noch viel Wind durchs Baselbiet streichen, bis entsprechende Projekte umgesetzt werden können.
Ein weiteres emotionales Thema betraf die Öffnungszeiten des Notfall-Walk-ins des Gesundheitszentrums Laufen. Dies war wieder einmal die Gelegenheit, den Laufentaler Vertrag in Erinnerung zu rufen, in welchem unter anderem auch der Spitalstandort erwähnt wird. Es gilt aber abzuwägen, was effektiv benötigt wird und in einem angemessenen Verhältnis zu den Kosten steht. Der Notfall-Walk-in des Gesundheitszentrums wird zwar wenig, aber doch stetig in Anspruch genommen. Bei schwerwiegenderen Ereignissen muss schon heute direkt der Krankenwagen alarmiert werden. Bis anhin war der Notfall 24 Stunden an 7 Tagen geöffnet. Die Regierung wollte diese Öffnungszeiten einschränken. Nach einer langen Debatte wurde schliesslich knapp ein Antrag überwiesen, dass die Öffnungszeiten wie bisher erhalten bleiben. Dies ist ein weiterer Beweis des Landrats, dass uns das Laufental wichtig ist.
Michel Degen, Landrat SVP
Liedertswil-Tschoppenhof

